Der Bundeswettbewerb
„Jugend musiziert“
in der Landeshauptstadt Saarbrücken
(9. – 17. Mai 2008)
Hauptbahnhof Saarbrücken:
„Achtung – eine Durchsage!“
Wohl kaum einer der Bahnreisenden hätte die dem Aufruf folgende Ankündigung eines „Jugend musiziert“ – Programms im Saarbrücker Hauptbahnhof erwartet. Von Sonntag bis Mittwoch spielten ausgewählte Finalisten solistisch oder im Ensemble Werke aus ihrem Repertoire. Interessierte Passanten hatten die Möglichkeit, sich näher über den Bundeswettbewerb “Jugend musiziert“, die Arbeit des Deutschen Musikrates und die Förderung von jungen Musikern zu informieren. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Partner Saarländischer Verkehrsverbund.
Es gab sie also wieder - wie vor 21 Jahren- , die meist spontan organisierten Musikdarbietungen in den Straßen und auf Plätzen der Stadt. Saarbrücken stand über Pfingsten ganz im Zeichen des 45. Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“: Jugendliche und Familien in Gruppen - mit Instrumenten und mit den markanten „Jugend musiziert“-Taschen oder auch mit dem charakteristischen grünen Programmbuch. Sie fielen auf in diesen Tagen! Schon Wochen vor Beginn des Wettbewerbs beherrschten die City-Lights der Landeshauptstadt mit dem „Jugend musiziert“-Motiv das Stadtbild.
Start:
Die ersten Vorboten des Wettbewerbs trafen bereits am Sonntagabend (4. Mai) in Saarbrücken ein: Das Kern-Team der Münchner Bundesgeschäftsstelle von „Jugend musiziert“ mit Hans Peter Pairott und Edgar Auer an der Spitze. Um in der Congresshalle das Orgazentrum einrichten zu können, wurde das gesamte Material und die komplette Datenverarbeitung aus München mitgebracht.
Am Dienstagmorgen (6. Mai) - jetzt funktionieren auch die Telefonnummern der vorübergehenden Bundesgeschäftsstelle „Jugend musiziert“ in Saarbrücken - fand im Saarbrücker Rathaus eine Pressekonferenz statt. Hans Peter Pairott (Wettbewerbsleitung), Erik Schrader (Kulturdezernent der Landeshauptstadt), Bernhard Fromkorth (Landesmusikrat Saar) und Nike Keisinger (Saarländischer Rundfunk) erläuterten Zielsetzungen und Dimensionen des Wettbewerbs und ihre konkrete Umsetzung beim 45. Wettbewerb. Waren es 1987 ca. 650 Teilnehmer, so wird jetzt mit fast 2.100 jugendlichen Musikern gerechnet, die samt Anhang über Pfingsten und der sich anschließenden Woche in Saarbrücken zu Gast sein werden. Ca. 5.000 Übernachtungen sind zu erwarten.
Im Gymnasium am Schloss, einem der 14 Wertungsorte, startete der Wettbewerb schon am Freitag (9.5.). Unmittelbar nach der 6. Unterrichtsstunde übernahmen die JuMu – Helfer den Musiksaal und bereiteten ihn für die Wertungsspiele (gemischte Bläser-Ensembles) vor. Zur gleichen Zeit, um 15 Uhr, begannen auch die Wertungen im Saal Ost der Congresshalle (Klavier, Altersgruppe: 14 bis 15 Jahre, mit 100 Teilnehmern die zahlenstärkste Wertung des gesamten Wettbewerbs) und im Bankettraum (gemischte Streicher-Ensembles).
In einem anderen Teil des Gebäudes tagte der Projektbeirat, die Exekutive des Bundeswettbewerbs. Die Themen betrafen nicht nur den gerade beginnende Bundeswettbewerb, sondern vor allem auch die neuen Wochenenden der Sonderpreise („Wespe“), die als „Nachspiel“ des Bundeswettbewerbes im September in Freiburg und Münster stattfinden. Die Congresshalle war Dreh- und Angelpunkt des Wettbewerbes. Die meisten der über 100 Juroren waren ortsnah in den benachbarten Hotels untergebracht.
Die meisten Wertungsorte lagen im Bereich der Innenstadt (4 Wertungsstätten allein in der Congresshalle): Rathaus-Festsaal, Handwerkskammer, Hochschule für Musik – für die Zeit des Wettbewerbs ruhte der Lehrbetrieb -, Gymnasium am Schloss. Für die etwas weiter entfernt liegenden Orte (Saarländischer Rundfunk, Musiksaal der Universität, Bürgerhaus Dudweiler, Waldorfschule Altenkessel und die Landesakademie in Ottweiler war, wo erforderlich, Bus-Shuttles organisiert. Als Übe-Zentrum standen den Teilnehmern die Räume der Musikschule der Landeshauptstadt zur Verfügung.
Typisch für die Wertungen war der Wechsel eines Teils des Publikums im 20-Minuten-Takt (Fans und Anhänger der jeweiligen Teilnehmer). Der Rest des Publikums bestand aus Musikinteressierten und Musiklehrern, die stunden- oder gar tagelang eine ganze Wertungskategorie verfolgten und die Teilnehmer mit ihrem Applaus unterstützten. Manchmal kamen auch Instrumentallehrer mit ihren Schülern, um die Wertungen zu verfolgen. Die Wettbewerbsteilnehmer wurden jeweils durch die/den Juryvorsitzende(n) mit ihrem Programm vorgestellt. Ein umfangreiches Programmbuch von über 300 Seiten gab Rundum-Informationen zum Wettbewerb. In den Wertungspausen, die stets zur Begegnung zwischen Teilnehmern, Fans und Besuchern wurden, fand reger Austausch über das Gehörte statt. Dann arbeiteten die Jurys das Gehörte auf. Ging es bei den Beratungsgesprächen eher um Beifall und auch Trost, beschäftigten sich die Jurymitglieder intensiv mit den Leistungen und vergaben ihre Punkte. Die JuMu-Jurys setzten sich aus Hochschullehren, Musikschullehrern, Privatmusikerziehern, Orchester- und Schulmusikern zusammen.
Zur Tradition von „Jugend musiziert“ gehören die abendlichen Konzerte.
Den Auftakt in Saarbrücken bildete das „Saarlandkonzert“. Es wurde durch den Vizepräsidentent des Deutschen Musikrates, Prof. Hans Bäßler und die saarländische Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eröffnet. Das Konzert stand ganz im Zeichen des Lokalkolorits der Grenzregion: Eurobrass, eine Gruppe von Musiklehrern aus Luxemburg, Lothringen und dem Saarland spielte die Eröffnungsfanfare und setzte so den ersten Groove. Es folgte der Robert-Schuman-Chor, ein gemeinsames Projekt der INECC (Institute de Chant Choral) Lorraine und Luxemburg, dem Centre de Chant Choral Namur (Belgien) und dem Landesmusikrat Saar. Unter der Leitung von Martin Folz gab er einen eindrucksvollen Querschnitt durch seine hochkarätigen Programme. Das Landes-Jugend-Symphonie-Orchester des Saarlandes unter Leitung von Alexander Mayer bot dem Bundespublikum eine umjubelte Interpretation der lange vergessenen Sinfonie Nr. 1 g-moll op. 32 von Friedrich Gernsheim.
Mit Spannung erwartet werden stets die Preisträgerkonzerte.
Sie gewannen durch die Anwesenheit von Teilnehmern, Eltern und Lehrern im Publikum eine unverwechselbar typische Atmosphäre der Begeisterung. In den vier sehr gut besuchten Preisträgerkonzerten präsentierten Erste Bundespreisträgerinnen und -preisträger im Laufe der Wettbewerbstage Ausschnitte aus ihrem Wertungsprogramm.
Der traditionelle Juryempfang, unter Anwesenheit des Präsidenten des Deutschen Musikrates, führte die Juroren zum historischen Gutshof Linslerhof nach Überherrn. Die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt, Charlotte Britz, lud am Donnerstag zu einem Empfang in den Rathausfestsaal ein. Der Sparkassen- und Giroverband überbrückte die Zeit zwischen Staatsakt und Abschlusskonzert mit einem Imbiss für die Gäste.
Das Abschlusskonzert am Samstag, 17. Mai zeigte noch einmal das hohe Niveau des 45. Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“. Zu hören waren Besetzungen aus den Kategorien „Bläser-Ensemble“, „Streicher-Ensemble“, ein Akkordeon-Ensemble und eine erste Bundespreisträgerin der Kategorie Harfe.
Aus dem Saarland stellte sich Vanessa Calcagno, erste Bundespreisträgerin der Kategorie „Gesang“, mit der Arie der Santuzza aus „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni dem Publikum vor. Die Urkunden an die mitwirkenden Bundespreisträger wurden durch Staatssekretär Gerd Hoofe vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überreicht.
Finale:
Mit dem Abschlusskonzert endete der 45. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Saarbrücken. Zuvor wurden in einem öffentlichen Festakt um 11 Uhr in der Congresshalle, in Anwesenheit des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller und der Kultusministerin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, Sonderpreise im Gesamtwert von EUR 70.000,-- an ausgewählte Bundespreisträger „Jugend musiziert“ 2008 verliehen. Der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger bedankte sich ausdrücklich beim Landesmusikrat Saar für den Impuls, den Wettbewerb nach Saarbrücken zu holen.
In den vergangenen Tagen hatten sich mehr als 2.000 Jugendliche in rund 300 Wertungsspielen den insgesamt 17 Jurygremien vorgestellt.
Medienpartner Saarländischer
Rundfunk:
Die Dimension des Wettbewerbs spiegelte sich intensiv in den Beiträgen des Saarländischen Rundfunks: Vor, während und nach dem Wettbewerb. Sowohl SR 2 als auch SR 3 haben umfänglich berichtet und zudem Beiträge für andere ARD-Anstalten geliefert. Besonders bemerkenswert waren die beiden vierstündigen Sondersendungen am 15. und am 21. Mai mit Infos, Hinweisen, Interviews, Berichten, Features und Kommentaren. Die Live-Übertragungen von „Saarland-Konzert“, „Europäischem Konzert“ und 2. Preisträgerkonzert vermittelten die besondere Atmosphäre der JuMu-Konzerte nach draußen. Die weiteren Preisträgerkonzerte und das Abschlusskonzert wurden mitgeschnitten. Viele dieser Mitschnitte waren bereits in aktuellen Sendungen zu hören. Die Aufnahmen werden der Projektleitung von JuMu zur Verfügung gestellt, auch zur Veröffentlichung einer CD.
Darüber hinaus war der SR sogar unmittelbar in die Wettbewerbsorganisation einbezogen. Der Große Sendesaal und das Musikstudio 2 standen für Wertungen zur Verfügung.
Im „Singenden klingenden Dreiländereck“ (SR 3) wurde am 18.5. eine Bilanz gezogen. Abschlusskonzert und weitere Ausschnitte aus Preisträgerkonzerten gab es am 28. Mai auf SR 2 Kulturradio. Das SR-Fernsehen sendete Beiträge im Aktuellen Bericht am 9. Mai, 12. Mai und 17. Mai und am 21. Mai im Kulturspiegel.
Dem Landesmusikrat Saar bleibt als Lohn für alle Anstrengungen zum Bundeswettbewerb ein vielstimmiges positives Echo von allen Beteiligten. Viele Kräfte haben zusammengewirkt, damit alles so gut gelingen konnte, selbst das Wetter. Neben all dem Positiven wird immer wieder eines genannt: die Gastfreundlichkeit der Saarländer.
Der Landesmusikrat dankt seinen Mitgliedsverbänden und Institutionen, der Landesregierung, der Landeshauptstadt Saarbrücken, dem Sparkassen- und Giroverband, Saartoto, Saarferngas und allen weiteren Sponsoren und Unterstützern.
Ein ganz besonderer Dank auch allen, die sich persönlich und aktiv in den Wettbewerb eingebracht haben, sei es in der Vorbereitung und Durchführung, in den Gremien, in der Juryarbeit, an den Wettbewerbsstätten.
Dank dem großartigen Team aus der Münchner Geschäftsstelle mit Hans Peter Pairott und Edgar Auer an der Spitze!
Das letzte Wort des Dankes gebührt den 20.000 Jugendlichen, die durch ihre Teilnahme am Wettbewerb „Jugend musiziert“ eine solches Fest erst möglich machten. Ihnen, ihren Eltern und Lehrern ist zu verdanken, dass wir Jahr für Jahr sehen und erleben können: Musik bewegt!
