Musik bewegt
Das Motto des Deutsche Musikrates (DMR) begründete in jüngster Zeit die Akzentuierung einiger musikpolitischer Schwerpunkte.
„Musikpolitik“ - ein vielleicht noch ungewohnter Begriff! Er steht jedoch für das größte Segment im Bereich der Kulturpolitik und rückt auch mehr und mehr ins Bewusstsein der Politik. In Anbetracht eines zunehmenden Tempos gesellschaftlicher Veränderungen gewinnt auch der musikpolitische Bereich immer mehr Dynamik und fordert Reaktionen. Folglich hat der Deutsche Musikrat insbesondere das Thema „musikalische Bildung“ in den Blick genommen. Der Kongress „Musik in der Ganztagsschule“ in Königstein hat die Erklärung zum integrativen Modell (Schule und Musik) erarbeitet und an die Kultusmi-nisterkonferenz weiter gegeben.
Der DMR bekennt sich zur Ganztagsschule, die allerdings mehr sein muss als eine bloße Ver-längerung des Vormittagsunterrichts: Dazu ist ein integratives Konzept notwendig, das über be-fristete Angebot hinausgeht und als sozialpolitisches Ziel auch eine Entlastung der Familien anstrebt. Die Bildungsfunktion des allge-meinbildenden Unterrichts ist zu verstärken durch Einbeziehung der musikalischen Breitenbildung. Zusätzlich Angebote zur Talentförderung müssen sich anschließen. Als unmittelbare Konsequenz erarbeitete der Bundesfachsausschuss „Musikalische Bildung“ des DMR Kriterien eines guten Musikunterrichts und begründete sie ausführlich.
Verknüpft man beide Themen, entsteht der Wunsch und die dringende Empfehlung nach ei-ner engeren Verzahnung von Vor- und Nachmittagsunterricht und der Ermöglichung von Übungsstunden in der Schule.
Im Bereich der Musikvermittlung ist eine zunehmende Definition von Kultur als Handelsware zu beklagen.
Der Landesmusikrat Saar ist Mitglied in der Konferenz der Landesmusikräte, eines eigenständigen Gremiums im DMR, die sowohl Ziele und Projekte des Deutschen Musikrates auf der Länderebene vertreten wie umgekehrt entsprechende Impulse und Ideen aus den Ländern in den DMR tragen. In seinem Rund-funkausschuss pflegt er die Kontakte zu den Rundfunkanstalten, mit denen ein regelmäßiger Gedankenaustausch in Fragen der Programmgestaltung (Bildungsauftrag!) stattfindet und verstärkt gepflegt werden soll.
Wie aus dem Gesagten deutlich wird, sieht sich der Landesmusikrat Saar als Repräsentant des Deutschen Musikrates auf der Landesebene. Insofern spiegeln sich in seinen Projekten und Maß-nahmen die oben skizzierten Komponenten. Die Projekte Jugend musiziert (JuMu Saar), das Landes-Jugend-Symphonie-Orchester (LJO), das Jugendjazzorchester des Saarlandes (JJO Saar) der Robert-Schuman-Chor und die Orchester unserer Mitgliedsverbände, wie auch das Projekt Musik als Sprache der europäischen Jugend haben einen hohen Rang in den Bereichen
Kulturförderung, Musikvermittlung, interkulturelle und interregionale Begegnung. Der Landes-Chorwettbewerb macht aktuell den Leistungsanspruch des Amateurmusizierens deutlich. Der Landesmusikrat ist beteiligt bei der Formulierung von Standards zur Musiklehrerausbildung. Das Landesjugendensemble für neue Musik (in Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz, Hessen und Luxemburg) und der bevorstehende Wettbewerb Jugend komponiert sollen ein wichtiger Impuls in Richtung Neue Musik sein. Der Aspekt der Kreativität ist gerade hier besonders offensichtlich ein Anliegen, das auch unser Bundespräsident häufig in den Blick nimmt.
